Achtsame Auszeit beim Waldbaden

Habt ihr schon mal was von Waldbaden gehört? Nein? Dann wird es höchste Zeit. Denn es gehört viel mehr dazu, als bloß im Wald herumzustehen und dicke Baumstämme zu umarmen …Alles dazu und was ihr sonst tun könnt, um bei einem Ausflug abzuschalten, erzählt euch Redakteurin Sina. 

Im Hier & Jetzt

Immer häufiger kommt es mir so vor, als müsse ich ständig erreichbar sein, als wäre ich ununterbrochen gehetzt und gedanklich stets unterwegs in Zukunft und Vergangenheit. Kommt euch das bekannt vor? Dann ist es höchste Zeit, ein wenig zu entschleunigen und mit Achtsamkeit den Fokus auf das Hier und Jetzt zu richten. Wer im Alltagsstress die Gelegenheit findet, hin und wieder alle Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu lenken, tut Körper und Seele einen wunderbaren Gefallen: weniger Stress, mehr Gelassenheit, innere Ruhe und ein erhöhtes Bewusstsein für euch und eure Liebsten.

Eine Bahnfahrt, die ist achtsam

Eine entspannte Bahnfahrt eignet sich perfekt für solch eine achtsame Reise, oder besser: eine Reise zu euch selbst. Mir hilft es in stressigen Phasen immer besonders, meine Gedanken aufzuschreiben und so meinen Kopf frei zu bekommen. Für das sogenannte Journaling habe ich deshalb für meine Fahrt von Kiel nach Malente mein Tagebuch mit an Bord. Dann starte ich einen Meditations-Pod-cast, bei dem sich wirklich jeder Zug in eine echte Oase der Entspannung verwandelt.

Die magische Kraft des Waldes

Ein wahres Highlight erwartet mich im Bergengehölz: das Waldbaden. Schon mal davon gehört? Bei dem Gesundheitstrend aus Japan geht es um den bewussten Aufenthalt im Wald und dessen sinnliche Erfahrbarkeit. Das möchte ich ausprobieren! Dafür treffe ich Hilke Clausen, die in Malente geführte Waldspaziergänge anbietet. Als Malenterin und Waldbademeisterin kennt sie das Gehölz wie ihre Westentasche und zeigt mir mit interessanten Achtsamkeitsübungen aus dem Qigong, wie ich im Wald Stress abbauen, frische Energie tanken und neue Lebensfreude schöpfen kann. Mehr Infos zum Waldbaden mit Hilke gibts unter www.wald-und-ich.com.

Aktivierte Sinne

Gemeinsam mit Hilke nehme ich zum ersten Mal den Wald mit all meinen fünf Sinnen wahr. Wir tasten, lauschen, schnuppern, beobachten und schmecken gemeinsam. Denn die Waldbademeisterin pflückt und reicht mir ein Brennnesselblatt zum Probieren, was meinen Horizont wieder um ein ganzes Stück erweitert. Dazu verrät sie mir tolle Rezeptideen, um die Pflanze richtig schmackhaft in der Küche einzusetzen. Auch Brombeeren und Pilze findet ihr hier im Wald und könnt diese wunderbar zum Kochen und Backen verwenden – cool, oder? 

Waldbaden auf eigene Faust

Natürlich kann das Waldbaden auch ohne Guide zu einem wohltuenden Erlebnis werden. Sucht euch einen Baum und umarmt ihn einfach mal. Ihr werdet ganz bestimmt seine Energie spüren. Zieht außerdem eure Schuhe aus und nehmt den weichen Waldboden unter euren Fußsohlen wahr. Konzentriert euch auf eure Atmung – atmet die klare Waldluft ein und alle Sorgen wieder aus. Fühlt den Moment und lasst eure Gedanken nicht im Gestern oder Morgen kreisen. Schließt die Augen, versucht euch einfach mal auf euer Gehör zu verlassen und lauscht dem Rauschen des Windes in den Baumkronen. Seid neugierig, dann werdet ihr genau wie ich ganz beseelt wieder aus dem Wald herauskommen – versprochen! Zum Schluss heißt es dann nur noch: Kopf ausschalten, Sinne einschalten – achtsam sein.